St.-Katharinen-Kirche Alexandria: Die katholische Hauptkirche der Stadt
Was ist die St.-Katharinen-Kirche?
Reisende verwechseln diese Kirche ständig. Es gibt das berühmte Katharinenkloster auf dem Sinai, weit draußen in der Wüste beim Berg Sinai. Mit dieser Kirche hat es nichts zu tun. Die alexandrinische St.-Katharinen-Kirche ist die katholische Hauptkirche der Stadt, geführt von Franziskanern, mitten in der Innenstadt, ein paar Minuten von der Corniche.
Man könnte an ihr vorbeilaufen, ohne ein zweites Mal hinzuschauen. Steinfassade, Rundbogenfenster, ein kleiner Glockenturm. Sie fällt zwischen den umliegenden Wohnblöcken nicht besonders auf. Tritt man ein, ändert sich das: Holzbänke, Buntglasfenster, Seitenaltäre und eine Stille, die man in der Innenstadt von Alexandria kaum irgendwo findet.
Die Geschichte: Eine Kirche mit der ältesten christlichen Geschichte der Stadt
Das Christentum erreichte Alexandria sehr früh. Die Überlieferung sagt, dass der Evangelist Markus den Glauben schon im ersten Jahrhundert in die Stadt brachte. Alexandria wuchs zu einem der großen Zentren des frühen Christentums und beherbergte seine berühmte Katechetenschule. Die heilige Katharina von Alexandria, Namensgeberin der Kirche, war der Überlieferung nach eine Gelehrte und Märtyrerin des frühen vierten Jahrhunderts. Sie wurde hier wegen ihres Glaubens hingerichtet.
Das Gebäude kam viel später. Die Franziskaner waren seit Jahrhunderten in Alexandria, und die heutige Kirche entstand im neunzehnten Jahrhundert für die katholischen Europäer, die hier während der kosmopolitischen Ära der Stadt lebten. Italiener, Franzosen, Malteser, Österreicher. Diese Gemeinschaft ist inzwischen weitgehend weg, aber die Kirche blieb offen und dient heute ägyptischen Katholiken neben ausländischen Bewohnern und Besuchern.
Architektur und Innenraum
Der Innenraum folgt dem üblichen europäischen Gemeindeaufbau. Das Kirchenschiff führt zum Hauptaltar der heiligen Katharina, mit Seitenaltären an den Wänden. Buntglas wirft farbiges Licht auf den Stein. Die Decke hält die Verzierung einfach, wie Franziskanerkirchen es gewöhnlich tun.
Zum Kirchkomplex gehört die Franziskanerschule, eine der bekannteren Schulen der Innenstadt, die Generationen lang Kinder aller Glaubensrichtungen unterrichtete. Die Glocken läuten noch immer über das Viertel. Sie markieren hier seit über einem Jahrhundert die Stunden.
Die St.-Katharinen-Kirche besuchen: Praktisches
Die Kirche steht im Viertel Attarine der Innenstadt, ein kurzer Spaziergang vom Souq und den zentralen Plätzen.
Messen: Gottesdienste laufen durch die Woche. Sie sind hauptsächlich auf Arabisch, historisch auch teils auf Französisch und Italienisch. Die Gottesdienste am Wochenende ziehen mehr Leute an. Den aktuellen Plan vorher vor Ort prüfen, da sich die Zeiten über die Jahre verschoben haben.
Besuch außerhalb der Messe: Die Kirche ist tagsüber allgemein offen, und jeder kann unabhängig vom Glauben leise eintreten. Dezent kleiden, leise bleiben, und mit den Fotos sparsam sein, besonders wenn Leute beten.
Wie lange: Fünfzehn bis zwanzig Minuten reichen für einen Besuch.
Das christliche Erbe Alexandrias
Alexandrias Platz in der christlichen Geschichte ist größer, als die meisten Besucher wissen. Die Stadt gab dem Christentum seine erste Katechetenschule und brachte bedeutende Gestalten der frühen Theologie hervor. Die katholische Tradition zählt zudem die heilige Katharina von Alexandria zu ihren verehrtesten Heiligen. Heute läuft die christliche Geschichte Ägyptens hauptsächlich über die koptisch-orthodoxe Kirche, die ihre Gründung auf Markus selbst zurückführt. Die katholische Gemeinschaft ist kleiner, aber die St.-Katharinen-Kirche hält ihre lange Präsenz im Stadtzentrum lebendig.
Was ist in der Nähe?
Die Kirche liegt im historischen Gürtel der Innenstadt, die klassischen Stätten paaren sich also leicht:
Attarine-Souq: Minuten zu Fuß. Der alte Antiquitätenmarkt, der noch immer Messing, Münzen und Gewürze handelt.
Das römische Amphitheater von Kom El Dikka: Ein kurzer Spaziergang. Das einzige erhaltene römische Theater Ägyptens.
Die Eliyahu-Hanavi-Synagoge: Ein paar Minuten mit dem Taxi. Das restaurierte jüdische Denkmal desselben Innenstadtviertels.
Die Corniche: Ein zehnminütiger Spaziergang erreicht das Meer.
Lohnt sich der Besuch?
Katholische Reisende und alle, die sich für Religionsgeschichte interessieren, bekommen hier etwas geboten. Es ist ein stiller Stopp in einer lauten Stadt, und die Verbindung zur heiligen Katharina gibt ihr mehr Gewicht, als ihre Größe vermuten lässt. Besucher mit vollen Terminplänen können sie als kurzen Halt auf einem Innenstadtspaziergang behandeln, der ohnehin Attarine und das römische Theater einschließt.
Eines ist zu wissen: Die Kirche läuft nicht wie ein Museum mit ausgehängten Zeiten. Wer den Innenraum sehen will, geht tagsüber oder stimmt sich vor Ort ab. Genau hier helfen die Alexandria-Tagestouren von Aten Tours. Guides, die eine Innenstadt-Route bauen, legen den Weg an der Kirche zeitlich zu Attarine und Kom El Dikka, damit das historische Zentrum in einer Runde abgedeckt wird.