Königliches Schmuckmuseum Alexandria: Ein Führer zu Ägyptens glanzvollstem Schatz
Königliches Schmuckmuseum Alexandria: Der verborgene Schatz der Stadt
Alexandria hat so viel zu bieten – die Zitadelle von Qaitbay, die Bibliothek, die Corniche. Doch die meisten Touristen laufen an einem Ort vorbei, der eigentlich ein Highlight verdient. Im ruhigen Viertel Zizenia, etwas abseits des Trubels, steht das Königliche Schmuckmuseum. Und glauben Sie mir: Wenn Sie das Gebäude betreten, halten Sie für einen Moment den Atem an.
Was Sie im Schmuckmuseum erwartet
Hier geht es nicht um Pharaonen. Das Museum widmet sich ganz der Muhammad-Ali-Dynastie, die Ägypten von 1805 bis 1952 regierte. Rund 11.500 Stücke sind hier ausgestellt – Juwelen, Orden, Taschenuhren, Gehstöcke. All das erzählt die Geschichte einer Herrscherfamilie, die sich am Schnittpunkt zwischen Orient und Europa bewegte und einen Lebensstil pflegte, der an europäische Höfe erinnert.
Wer sich für die jüngere ägyptische Geschichte interessiert, kommt an diesem Museum eigentlich nicht vorbei. Und selbst wenn Sie „nur" zufällig vorbeikommen – die Sammlung zieht Sie in ihren Bann.
Der Palast der Prinzessin Fatma Al-Zahra'
Architektur, die beeindruckt
Das Museum ist nicht in einem Zweckbau untergebracht, sondern im ehemaligen Palast der Prinzessin Fatma Al-Zahra'. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1919 und erstreckt sich über 4.185 Quadratmeter auf zwei Hauptgeschossen. Die Adresse lautet 27 Ahmed Yahya Street, Zizenia – gut mit dem Taxi erreichbar.
Schon die Architektur ist einen Besuch wert. Achten Sie auf die bemalten Decken – florale Muster und geometrische Verzierungen, alles in aufwendiger Handarbeit. Dann die Buntglasfenster, die das einfallende Licht in tausend kleine Farbspiele zerlegen. Dazu Marmorfußböden und geschnitzte Holzvertäfelungen. Man steht hier und denkt sich: So muss es sich angefühlt haben, Teil der königlichen Familie zu sein.
Vom Palast zum Museum
Erst im Oktober 1986 wurde der Palast für die Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht. Danach folgte eine längere Schließung – rund 10 Millionen ägyptische Pfund flossen in eine umfassende Renovierung. Im April 2010 öffnete das Museum schließlich wieder seine Türen, und diesmal mit moderner Beleuchtung, neuen Vitrinen und informativen Beschilderungen.
Die Highlights der Sammlung
Das Collier von Muhammad Ali Pasha
Das ist das Stück, vor dem die meisten Besucher stehen bleiben. Ein Halsband aus Diamanten und Smaragden, das direkt dem Gründer der Dynastie selbst gehörte – Muhammad Ali Pasha (1769–1849). Der Mann, der das moderne Ägypten formte, trug dieses Collier. Wenn man das weiß, wirkt es noch beeindruckender.
König Farouks goldener Gehstock
König Farouk war der letzte regierende Monarch Ägyptens – und berüchtigt für seinen verschwenderischen Lebensstil. Sein Gehstock aus Ebenholz und Gold fasziniert, weil er so persönlich wirkt. Kein Thron, keine Krone, sondern ein alltägliches Accessoire, das trotzdem puren Luxus ausstrahlt.
Goldkelche mit Saphiren und Diamanten
Diese Kelche gehören zu den detailreichsten Stücken im Museum: Jeder einzelne ist mit 229 Saphiren und 29 Diamanten besetzt. Das Farbspiel zwischen den tiefblauen Steinen und den funkelnden Diamanten ist selbst aus ein paar Metern Entfernung noch zu erkennen. Man fragt sich unwillkürlich, bei welchen Anlässen diese Kelche zum Einsatz kamen.
Tiaren, Kronen und Insignien
Die Sammlung umfasst zahlreiche königliche Kopfschmuckstücke sowie Orden und Insignien, die bei offiziellen Zeremonien getragen wurden. Besonders interessant: An den Orden lässt sich ablesen, mit welchen Ländern die ägyptische Monarchie diplomatische Beziehungen pflegte. Es ist Geschichte zum Anfassen.
Goldene Taschenuhren
Ja, auch Uhren gehören zur Sammlung – goldene Taschenuhren und Armbanduhren von den besten europäischen Uhrmachern jener Zeit. Viele davon mit Diamanten besetzt. Die königliche Familie hat offenbar nichts dem Zufall überlassen, wenn es um Luxus ging.
Praktische Informationen
Öffnungszeiten und Eintritt
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Besuchergruppe |
Eintrittspreis |
|---|---|
| Ausländer | 220 EGP |
| Ausländische Studenten | 110 EGP |
| Ägypter | 30 EGP |
| Ägyptische Studenten | 10 EGP |
Geöffnet ist das Museum täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr. Der Ticketschalter schließt allerdings schon um 16:30 Uhr – also rechtzeitig da sein. Planen Sie etwa 1 bis 1,5 Stunden ein. Das klingt nach wenig, aber die Sammlung ist so dicht und detailreich, dass die Zeit schnell vergeht.
Hinweis: Preise können sich ändern. Am besten kurz vor dem Besuch noch einmal prüfen.
Anreise
Das Museum liegt im Viertel Zizenia im Osten Alexandrias, ganz in der Nähe des Montaza-Palastes. Die beiden Orte lassen sich problemlos an einem Tag kombinieren.
Aus Kairo erreichen Sie Alexandria am besten mit unseren Tipps zur Fahrt von Kairo nach Alexandria. Wenn Sie alles an einem Tag unterbringen möchten, lohnt sich ein Blick auf unseren Routenvorschlag für den Tagesausflug von Kairo nach Alexandria.
Vor Ort in Alexandria nehmen Sie einfach ein Taxi oder Uber/Careem. Vom Stadtzentrum sind es etwa 20 bis 30 Minuten Fahrt.
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Eigentlich jederzeit. Das Museum ist selten überlaufen, was es zu einem der angenehmsten Museumsbesuche in ganz Ägypten macht. Zudem ist es klimatisiert – an einem heißen Julinachmittag in Alexandria ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Wenn Sie die Räume wirklich für sich haben möchten, kommen Sie kurz nach 9:00 Uhr. Am frühen Nachmittag (14:00–16:00 Uhr) ist es ebenfalls ruhig und bietet eine willkommene Pause von der Mittagshitze. Wochentage sind generell entspannter; freitags kann etwas mehr los sein.
Fotografieren
Fotografieren ist meistens erlaubt – aber ohne Blitz. Fragen Sie am Eingang am besten kurz nach den aktuellen Regeln, da sich das gelegentlich ändern kann.
Lohnt sich der Besuch?
Kurz gesagt: Ja. Wenn Sie sich für Geschichte interessieren, ist das Museum ohnehin ein Muss. Die 11.500 Stücke der Muhammad-Ali-Dynastie sind in dieser Konzentration nirgendwo sonst im Nahen Osten zu finden. Dann ist da der Palast selbst – die Decken, die Fenster, das ganze Ambiente. Und die Tatsache, dass man die Schätze in Ruhe betrachten kann, ohne sich durch Menschenmengen drängeln zu müssen, ist in Ägypten kein Selbstläufer.
Die Lage in Zizenia macht es einfach, den Besuch mit dem Montaza-Palast und seinen Gärten zu verbinden. So wird aus einem halben Tag ein rundes Alexandria-Erlebnis.
Fazit
Das Königliche Schmuckmuseum Alexandria ist einer dieser Orte, die in den wenigsten Reiseführern auftauchen – und genau das macht den Besuch so reizvoll. Sie betreten einen Palast aus dem Jahr 1919, laufen durch Räume mit handbemalten Decken und Buntglasfenstern und stehen vor Juwelen, die einst Könige und Prinzessinnen trugen. Nehmen Sie sich die anderthalb Stunden. Sie werden es nicht bereuen.