Verlorene Goldene Stadt von Luxor: die Entdeckung von Rise of Aten erklärt
– Was ist die Verlorene Goldene Stadt von Luxor?
Die Verlorene Goldene Stadt ist eine 3.400 Jahre alte Siedlung am Westufer des Nils, unweit des Tals der Könige. Es handelt sich weder um ein Grab noch um einen Tempel, sondern um eine echte Stadt: Wohnviertel, Werkstätten, Bäckereien und Verwaltungsgebäude, errichtet während der Regierungszeit von Amenophis III. (etwa 1386–1353 v. Chr.), die als Höhepunkt von Reichtum und Macht im alten Ägypten gilt. Ihr antiker Name, den die Bewohner selbst verwendeten, wa„Risese of Aten“. Anders als das Tal der Könige oder Karnak, die für Pharaonen und Götter gebaut wurden, erzählt diese Stadt vom Leben derer, die für sie arbeiteten.
– Wie die Stadt entdeckt wurde
Der Archäologe Zahi Hawass leitete die Mission, die im September 2020 mit den Ausgrabungen begann und die Entdeckung am 8. April 2021 öffentlich bekannt gab. Das Gebiet war bereits 1979 als allgemeine Ausgrabungszone markiert worden, aber niemand hatte es gründlich erforscht. Das Team suchte eigentlich nach einem Totentempel. Innerhalb weniger Wochen kamen Lehmziegelmauern zum Vorschein, deren Anordnung eindeutig auf eine geplante Siedlung hindeutete. Hawass bezeichnete den Fund als die bedeutendste Entdeckung seit dem Grab Tutanchamuns, und die Ausgrabungen dauern bis heute an.
– Warum "Goldene Stadt"?
Der Name ist modern, geprägt von der Presse im Jahr 2021, und bezieht sich auf die Epoche, in der die Stadt erbaut wurde, die Regierungszeit von Amenophis III., die reichste und stabilste Periode des Neuen Reiches, nicht auf gefundenen Goldschatz. Wer Schmuckkammern erwartet, wird enttäuscht: Gefunden wurde vor allem ein gut erhaltenes Abbild des Alltagslebens, Öfen, Werkstätten, Lehmziegelhäuser. Das "Gold" steckt im historischen Kontext, nicht im Inventar.
– Was Archäologen in der Stadt fanden
Die Ausgrabungen legten deutlich abgegrenzte Viertel frei: ein Wohnviertel, ein Industriegebiet mit Werkstätten für Keramik, Glas und Metall, Bäckereien mit noch erkennbaren Brotresten sowie Verwaltungsgebäude. Zu den kleineren Funden zählen Ringe, Skarabäen, farbige Keramikgefäße, Webwerkzeuge und Ziegel mit der Kartusche von Amenophis III., die die Datierung bestätigte. Die Analyse gefundener Skelette zeigt Spuren körperlicher Belastung, aber auch Zähne und Knochendichte, die auf regelmäßigen Zugang zu guter Ernährung hindeuten, ein konkretes Detail darüber, wie das staatliche Versorgungssystem tatsächlich funktionierte.
– Kann man die Stadt heute besuchen?
Nein, nicht als eigenständige, öffentlich zugängliche Sehenswürdigkeit. Es handelt sich weiterhin um ein aktives Ausgrabungs- und Konservierungsgebiet, und die Lehmziegelmauern sind zu empfindlich für unkontrollierten Besucherverkehr. Wer Tickets oder eigene Touren zur Stadt selbst anbietet, greift einer Realität vor, die es derzeit noch nicht gibt. Ägyptens Ministerium für Tourismus und Altertümer hat angekündigt, einen Teil des Geländes künftig als Freilichtmuseum zu öffnen. Ein bestätigtes Datum gibt es jedoch noch nicht.
– Ihre Stellung unter den Sehenswürdigkeiten des Westufers
Das Westufer von Luxor ist vor allem für seine Totenmonumente bekannt: Tal der Könige, Tal der Königinnen, der Hatschepsut-Tempel, Medinet Habu. Die Verlorene Goldene Stadt liegt in derselben Landschaft, erzählt aber eine andere Geschichte: die der Menschen, die diese Welt erbauten und ihr dienten, nicht die derer, die dort bestattet wurden. Auch wenn sie der Öffentlichkeit verschlossen bleibt, gehört sie zur selben durchgängigen Erzählung wie der Rest des Westufers, ein Ort für Götter und Könige, der andere für jene, die beides am Laufen hielten.